Antworten auf aktuelle Anfragen:

1.) Wie stehen Sie dazu das die Sanierung der Schule teilweise aus Kostengründen zurückgestellt wird. Sollte diese nicht schnellsten umgesetzt werden, auch wenn dies evtl. teurer als geplant wird. Sollten die Kinder nicht unserer Zukunft sein und wir dort sinnvoll das Geld der Gemeinde investieren?

 

Ich habe im Gemeinderat dafür gestimmt, dass die Schulsanierung in zeitlich flexibel handhabbaren Schritten umgesetzt wird. Warum? Die gesamte Sanierung unserer Schule wurde mit Kosten im Rahmen von 30 Mio. EURO berechnet. Und da ich beruflich aus der Bauleitung komme, weiß ich, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange sein kann, je nachdem wie Projektsteuerer und Architekt gerechnet haben. In der Zwischenzeit wurde die Maßnahme von Verwaltung und Gemeinderat in drei Bauabschnitte (BA) eingeteilt. Der erste BA umfasst den Bau der fehlenden Fachräume für die Sekundarstufe und eine Mensa. Der erste Bauabschnitt steht zur Zeit vor der Beauftragung der einzelnen Fachplanungen. Die anderen beiden BA umfassen die Sanierung der Grundschulgebäude und des Hauptgebäudes sowie den Bau einer gemeinsamen Aula.

 

Für mich steht fest, wenn wir unseren Schulstandort in Magstadt erhalten wollen, müssen alle diese Maßnahmen (so oder noch besser) umgesetzt werden!

 

Magstadt gilt im Landkreis Böblingen als finanzschwache Gemeinde. Das kommt daher, dass Magstadt als Kommune mit Eigenentwicklung eingestuft ist und dass unsere Gemeinde in einem Zwischenachsentwicklungsgebiet liegt. Aus Sicht der Region Stuttgart soll unsere Gemeinde nicht in dem Maße wachsen, wie andere, größere Kommunen (Renningen/Sindelfingen), um genügend Freiraum in unserer Region zu erhalten und ein Zusammenwachsen der Kommunen im Landkreis zu verhindern.

 

Somit ist es Magstadt nur eingeschränkt möglich Gewerbeflächen auszuweisen und große Gewerbesteuerzahler für sich zu interessieren. Magstadt ist daher - im Gegensatz zu unserer Nachbarkommune Renningen - stark von Umlage-Zahlungen und Finanzausgleichs-Zahlungen von Kreis und Land abhängig. Das heißt wir können vor allen Dingen dann investieren, wenn diese Umlage- Zahlungen hoch ausfallen und müssen mit diesen Geldern auch unsere regelmäßigen Fixkosten, wie z.B. die Personalkosten finanzieren.

 

Vor diesem Hintergrund finde ich es vernünftig die Sanierung in mehreren Schritten und an die Finanzlage der Gemeinde Magstadt angepasst, durchzuführen. Ich bin aber weiterhin dafür die komplette Sanierung umzusetzen und werde mich auch in den kommenden Jahren weiter dafür einsetzen. Auch ich habe bemerkt, dass es Tendenzen gibt die davon abweichen, daher ist es hier in den kommenden Jahren notwendig dafür zu kämpfen. Es muss aber ein Rahmen eingehalten werden, der unsere Kommune nicht finanziell überfordert.

 

Meiner Meinung nach muss uns Magstadtern eines klar sein: Im Falle einer derartigen Investition muss etwas dabei herauskommen, das auch zukünftig Bestand hat! Wir brauchen ein ausgeprägtes Profil für unseren Schulstandort, dass uns von anderen Schulstandorten abhebt. Bei der Entwicklung und Umsetzung eines derartigen Profils muss unsere Schule viel mehr Unterstützung erhalten Hier sehen wir als Freie Liste Magstadt akuten Verbesserungsbedarf! Wenn wir wollen, dass unsere Eltern sich für unseren Schulstandort entscheiden, dann müssen wir ihnen zeigen was in unserer Schule steckt – andere Kommunen machen es vor, ein einzelner „Tag der offenen Tür“ reicht da heute nicht aus. Hier fehlt unserer Ansicht nach noch immer das nötige Engagement unserer Gemeinde.

 

2.)    Verkehrskonzept.

Sind Sie für den Bau der Osttangente  oder für den Erhalt der Hölzertalstraße?

 

Ich bin für den Bau der Osttangente. Sie ist notwendig um den Verkehr aus den Wohnbereichen der Fichtenstraße und den anderen, nördlich der Alten Stuttgarter Straße gelegenen Wohnstraßen, herauszuhalten. Wie mit dem Thema in Magstadt umgegangen wurde, finde ich sehr schlecht, ich habe mich aus den Streitereien von Beginn an völlig herausgehalten und handhabe das auch heute noch so. Für mich ist entscheidend, dass ich als Gemeinderätin das Wohl unserer Gesellschaft im Blick habe.

 

In der Zwischenzeit hat der Gemeinderat den Bau der Osttangente eng mit der Entwicklung unseres Ortes verknüpft, so dass es einfach nur unvernünftig wäre, die Straße nicht mehr zu bauen! Mit dem Bau der Osttangente hat Magstadt inzwischen die Chance im Bereich zwischen der Eichenstraße und der Osttangente mehr Bauflächen für Wohnen auszuweisen. Ohne die Planung der Osttangente und die Herausnahme dieses Gebietes aus dem dort bestehendem Landschaftsschutzgebiet (LSG) wäre dies nicht möglich gewesen. Die Herausnahme des Bereiches aus dem LSG ist bereits erfolgt und eine Ausweisung von zusätzlichen Bauflächen möglich. Da in Magstadt Bauflächen fehlen bin ich dafür die Osttangente zu bauen und die Flächen dazwischen für Wohnungsbau zu nutzen.

 

Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist es mir sehr wichtig, dass ich als Gemeinderätin für das Wohl unserer Gemeinde arbeite und nicht meine eigenen Interesse vertrete. Wenn sich die Mehrheit unserer Bürger dafür ausspricht die Hölzertalstraße offen zu halten, weil es genügend Gründe gibt die dafür sprechen und weil es möglich erscheint dies im bestehenden rechtlichen Rahmen umzusetzen, würde ich der Offenhaltung der Hölzertalstraße inzwischen als Gemeinderätin im Rat zustimmen. Damit müsste unsere Gemeinde allerdings die Erhaltungskosten der Straße tragen. Diese Gelder würden somit nicht mehr für andere Maßnahmen im Ort zur Verfügung stehen.

 

Für die Schließung der Hölzertalstraße spricht aus meiner Sicht die Aufwertung des Hölzertals für den Naturschutz und die Naherholung der Bürger in unserer Gemeinde. Magstadt kann sich vor allem durch ein ausgezeichnetes Umfeld für Freizeit und Erholung gegenüber anderen Gemeinden in unserer Umgebung abheben. Daher haben wir diesen Punkt auch in der Projektgruppe zur Teilnahme am Wettbewerb des Wirtschaftsministeriums besonders hervorgehoben. Wir wollen zukünftig für unseren Ort damit werben, dass Magstadt viel Raum für Naherholung und Naturschutz bietet und dafür wäre die Schließung der Hölzertalstraße konsequent.

 

Gegen eine Schließung spricht aus meiner Sicht die fehlende direkte Anbindung der Schnellbuslinie X74 an die Haltestelle Stuttgart Vaihingen/Universität.

 

3.) Wo soll in Ihren Augen das Industriegebiet in Magstadt erweitert werden?

 

Flächen für Gewerbe, aus meiner Sicht weniger für Industrie, sehe ich auf der Gemarkung Magstadt im Bereich südlich des Bahnhofes, in Richtung Maichingen und im Bereich der Felsenstraße. Im Raum steht die Möglichkeit in ferner Zukunft ein interkommunales Gewerbegebiet mit Weil der Stadt in Angriff zu nehmen. Dem stehe ich aber zurzeit eher skeptisch gegenüber, da ich dagegen bin unsere Landschaft zu zersiedeln. Wenn eine Ausweitung von zusätzlichen Flächen nötig wird, bin ich eher dafür hier auf ortsnahe Bereich zurückzugreifen.

 

4.) Soll das Landschaftsschutzgebiet Glemswald im Osten unteres Hölzertal verkleinert werden?

s.o., Das LSG Glemswald wurde rechtlich bereits angepasst und die Ausgleichsflächen dafür bereits zugeteilt. Das Verfahren ist meiner Meinung bereits vollständig abgewickelt. Hier müsste ich mich sicherheitshalber aber nochmal bei der Gemeindeverwaltung rückversichern.

 

5.) Wo sehen Sie das nächste Wohngebiet in Magstadt?

 

Möglichkeiten für Wohngebietsflächen bestehen im Gewann Seele/Metzlesbach, nördlich der Waldstraße, südlich der Ihinger Straße und wie oben beschrieben östlich der Eichenstraße. Das Gebiet an der Ihninger Straße sollte, da es innerörtlich liegt, möglichst zeitnah bebaut werden. Die Flächen Seele/Metzlesbach und an der Eichenstraße sollten meiner Meinung nach zunächst nur ortsnah, im westlichen Bereich begonnen werden. Für das Gebiet Seele/Metzlesbach könnte ich mir auch ein Wohnprojekt für altengerechtes Wohnen vorstellen, wie ich es am Freitag in der Festhalle bei der Veranstaltung des Vereins "Lebenswerten Magstadt" anhand des Beispiels Coburg beschrieben habe. Der Wohnpark Coburg bietet Kapazitäten in Form von 30 barrierefreien Einfamilienhäusern, 36  2-3 Zimmerwohnungen, 14  2 Zimmerwohnungen im Haupthaus, 23 Appartements für Menschen mit Pflegebedarf und für 25 Gäste in der Tagespflege. Ziel ist hier ein unabhängiges und selbstständiges wohnen, kombiniert mit dem Angebot, Hilfe zu erhalten wenn man Sie sie braucht. Ich könnte mir vorstellen, dass ein derartiges Projekt ein Angebot für ältere und/oder einsame Menschen sein könnte, dass sie dazu bewegen könnte, den eigenen, häufig zu großräumigen Wohnraum für jüngere Generationen frei zu machen und die Vorzüge in einer Gemeinschaft mit Möglichkeiten der Unterstützung im Alter zu nutzen.

 

6.) Welche neue Gewerbe und somit Arbeitsplätze wollen Sie nach Magstadt holen bei dem Fachkräftemangel? Und bei gleichzeitiger Schließung der Hölzertalstraße direkte Verbindung nach Uni Vaihingen und Stuttgart Und direkte Zulieferung von der Autobahn an Gewerbegebiet Ost und ein Wohngebiet zu belasten?

Eine enge Verbindung zur Universität Vaihingen unterstütze ich. Daher war ich auch begeistert, dass es unserem Bürgermeister Florian Glock gelungen war, einen Platz für ein Coworking-Space für junge Gründer zu finden. Leider hat der Eigentümer dieser Fläche nun doch andere Ideen für diese Fläche, so dass wir zur Zeit auf der Suche nach einer neuen Fläche sind. Generell sehe ich die Möglichkeit Gründer nach Magstadt zu holen und die Beziehungen zur Universität Stuttgart aufzunehmen. Damit sind für mich aber intensive Bemühungen verbunden, hier konsequent und überzeugt ans Werk zu gehen. Ich könnte mir z.B. sehr gut vorstellen den Ausbau des Schulstandortes mit der Gründerförderung zu verzahnen und am Schulstandort eine Projekthalle zu bauen, von der Tüftler und Schüler*innen profitieren könnten (Idee von meinem Fraktionskollegen Dr. Mark Hillmann). Ansonsten sehe ich noch Möglichkeiten bei uns in Magstadt das Handwerk verstärkt zu fördern, ebenso in Verbindung mit gemeinsamen Projekten mit der Schule (Patenschaften bestehen ja schon seit vielen Jahren).

ANDREA GARSCHKE

unabhängig - bürgernah - im Herzen grün