WARUM WIR TROTZ KLIMAWANDEL UNSERE ARTEN SCHÜTZEN MÜSSEN

 

Der Klimawandel führt auch regional zu klimatischen Veränderungen und somit zu veränderten Standort- und Lebensbedingungen für unsere heimische Pflanzen- und Tierwelt. Nicht alle Arten werden sich an diese neuen Lebensbedingungen anpassen können. Sie werden auf andere Bereiche ausweichen müssen oder sogar langfristig aussterben. Trotzdem ist es weiterhin von zentraler Bedeutung eine Vielfalt von heimischen Arten zu erhalten. Warum ist schnell erklärt:

 

Unter dem Begriff Biodiversität wird die Vielfalt von Ökosystemen, Lebewesen, ihren Wechselwirkungen untereinander und die genetische Vielfalt der Arten verstanden. Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass eine hohe Biodiversität unsere Natur widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen und klimatischen Veränderungen macht (1). Zurzeit wird davon ausgegangen, dass die Biodiversität global gesehen durch den Klimawandel abnehmen wird. Daher ist es notwendig die Vielfalt der verbleibenden Arten, die Arten, die sich den neuen Lebensbedingungen anpassen können und Arten, die durch die veränderten Lebensbedingungen gefördert werden zu schützen.

 

Durch den Erhalt natürlicher und naturnaher Standorte können wir die Biodiversität fördern und zur Widerstandsfähigkeit unserer Natur beitragen. Wo es möglich und sinnvoll ist, sollten daher Naturstandorte geschützt werden. In den übrigen Bereichen muss der Einfluss des Menschen so weit wie möglich zurückgenommen werden. Pflegemaßnahmen sollten das Wachstum und die Lebensbedingungen von Arten fördern. Auch gestaltete Grünflächen können - richtig angelegt - ein Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten sein.

(1) vgl. Nelles & Serrer, 2018, "Kleine Gase - große Wirkung Der Klimawandel", S.95

 

LANDESREGIERUNG BESCHLIEßT GESETZ FÜR MEHR ARTENVIELFALT

Am 22. Juli 2020 hat der baden-württembergische Landtag den Gesetzentwurf zur Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes beschlossen. Mit der Gesetzesänderung sind folgende Ziele verbunden:

  • Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 40 -50% reduzieren

  • Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten

  • Anteil der ökologischen Landwirtschaft auf 30 -40 % erhöhen

  • 15 % der Landesfläche für einen landesweiten Biotopverbund zur Verfügung stellen

  • Schaffung von Refugialflächen auf 10 Prozent im Offenland (freiwillige Umsetzung von landwirtschaftlichen Betrieben)

  • das Land unterstütz den zukünftigen Markt für steigenden Ökolandbau in Baden-Württemberg indem die landeseigenen Pachtflächen vorrangig ökologisch bewirtschaftet werden und die Verpflegung der öffentlichen Hand - auch die von landeseigenen Kantinen - aus ökologisch erzeugten Lebensmitteln erstellt wird

  • Erstellung eines landesweiten, öffentlich zugängigen, zentralen Ausgleichskatasters für sämtliche Ausgleichsmaßnahmen

  • Unterschutzstellung von Streuobstbeständen ab einer Größe von 1.500 m², die Umwandlung solcher Streuobstbestände muss ausgeglichen werden und bedarf einer Genehmigung, die Pflege von Bäumen und Unterwuchs wird verbessert

  • Verbot von Schottergärten

  • Eindämmung der Lichtverschmutzung durch Beleuchtung im Außenbereich

  • insektenfreundliche Pflege von Garten-und Parkflächen in öffentlicher Hand

  • Ausweitung des Biotopverbunds

  • Die Eindämmung des Flächenverbrauchs wurde als Grundsatz ins Landwirtschafts- und Landeskulturgesetz übernommen

  • der Dialogprozess zwischen Landwirtschaft und Naturschutz soll auf verschiedenen Ebenen weitergeführt werden

ANDREA GARSCHKE

unabhängig - bürgernah - im Herzen grün