Beantwortung einzelner Fragen zur Veranstaltung des Magstadter Vereins "Lebens- Wertes Magstadt", am 03.05.2019 (die restlichen Fragen wurden von meinen Fraktionskollegen beantwortet, sprechen Sie sie an)

Frage 1: Schule und Bildung

Wie steht Ihre Gruppierung zur Johannes-Kepler-Gemeinschaftsschule, die in diesem Jahr die ersten Absolventen mit Realschulabschluss verabschieden wird und wie lässt sich Ihrer Meinung nach das Ganze finanziell stemmen?

 

Magstadt braucht einen Schulstandort! Die Freie Liste Magstadt steht hinter unserem Schulstandort - mit Sekundarstufe!

Magstadts Bevölkerung wächst und erreicht bald die 10.000 Einwohnermarke, die Schulstandorte, Maichingen/

Sindelfingen/Renningen werden unsere Schüler auf Dauer nicht aufnehmen können. Daher ist es für Magstadt wichtig die Sekundarstufe zu halten und qualitativ auszubauen! Auch in finanzieller Hinsicht ist der Erhalt des Schulstandorts sinnvoll.

Für die 180 Gemeinschaftsschüler bekommt die Gemeinde jährlich vom Land rund 236.000 Euro! Für unsere Grundschüler gibt es keinen Zuschuss!! Die Grundschule wird also indirekt durch die Sekundarstufe mitfinanziert. In der Gemeinschaftsschule arbeiten bereits heute Realschul- und Gymnasiallehrer. Nur drei Klassenstufen sind zurzeit einzügig – die derzeitig 5. 7. 8. und 9. Klassenstufe ist jeweils zweizügig!!! 

 

Es lohnt sich also für unseren Schulstandort zu kämpfen!

 

Zurzeit steht der 1. BA mit ca. 15 Mio. Euro vor der Beauftragung. Magstadt hat nur geringe Gewerbesteuereinnahmen und ist stark von Umlagen-Zuweisungen und Finanzausgleichs-Zahlungen von Land und Kreis abhängig! Um auch noch andere geplante Maßnahmen im Ort verwirklichen zu können, haben wir uns im Gemeinderat für eine Schulsanierung eingesetzt, 

die in zeitlich flexiblen Abständen abgewickelt werden kann. Auch ein teilweiser Neubau anstelle der Sanierung ist für uns ein Thema, um flexibel einsetzbare Räumlichkeiten zu schaffen. Wir wollen den Schülern während der Bauphase einen reibungslosen Schulalltag ermöglichen und dafür sorgen, dass die neuen Räume im Falle zu niedriger Schülerzahlen flexibel für andere Nutzungen einsetzbar sind. 

 

Wir sind der Meinung das Potential unserer Schule muss viel besser genutzt werden!

 

Die Freie Liste Magstadt steht in engem Austausch mit unserer Schule und Frau Wilfinger hat viel Positives zu berichten!! Dieser Entwicklung müssen wir im Ort eine Chance geben!! Im Falle einer derartigen Investition muss etwas dabei herauskommen, das auch zukünftig Bestand hat! Wir brauchen ein Profil für unseren Schulstandort, ausgeprägt, typisch und unverwechselbar. Bei der Entwicklung und Umsetzung eines derartigen Profils muss unsere Schule viel mehr Unterstützung erhalten. Hier sehen wir akuten Verbesserungsbedarf! 

 

Wenn wir wollen, dass unsere Eltern sich für unseren Schulstandort entscheiden, dann müssen wir ihnen zeigen was in unserer Schule steckt – andere Kommunen machen es vor ein einzelner „Tag der offenen Tür“ reicht da heute nicht aus.

 

Wir müssen klotzen statt kleckern – und hier fehlt unserer Ansicht nach noch immer das nötige Engagement unserer Gemeinde. Auch wir Magstadter müssen mitkämpfen!!! Wir müssen zu dem Erhalt unserer Schule stehen! Wir müssen das Positive unserer Schule weitertragen. Unsere Schulleitung muss das Vertrauen der Eltern stärkt und zeigen welche Vorteile unsere Schule bieten kann! 

Frage 3: Betreuung der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger (Andrea)

Welche Priorität hat in Ihrer Gruppierung die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten und welche Formen für Wohnen und Pflege im Alter werden von Ihnen favorisiert?

 

Nach den Angaben der derzeitigen Fortschreibung des Kreispflegeplans beträgt der Anteil der über 75jährigen in Magstadt im Jahr 2025 10.3 % und steigt bis 2035 auf 11,9 % der Menschen in unserer Gemeinde an. Damit liegen wir in Magstadt leicht unter dem Durchschnitt im Landkreis (im Landkreis, der 2025 mit 10,9 % und 2035 bereits mit 12,6 % angenommen wird. ) Der Bedarf für stationäre Plätze in Magstadt liegt bis 2025 bei ca. 83 Dauer-Pflegeplätzen. Magstadt bietet derzeit 28 und hat daher bis 2025 einen Bedarf von ca. 55 stationären Dauer-Pflegeplätzen sowie zusätzlich von 5 stationären Kurzzeit-Pflegeplätzen.

 

Die Auslastung in den Heimen im Landkreis Böblingen ist mit über 96% extrem hoch. 41 der 45 Pflegeheime im Kreis führen Wartelisten! Das zeigt, wir müssen uns im Landkreis Böblingen und auch in Magstadt etwas einfallen lassen um unsere Bürger im Alter ausreichend versorgen zu können. Eine Umfrage im Landkreis zeigt, dass auch der Bedarf an Tagespflegeplätzen in Zukunft weiter ansteigen wird. Die Tagespflegegäste kommen inzwischen an mehreren Tagen im Monat und auch hier gibt es inzwischen häufig Wartelisten - auch die eingestreuten Tagespflegeplätze werden inzwischen stärker nachgefragt. Die Nachtpflege ist hingegen weniger ein Thema.

Es zeigt sich, dass Tagespflegen in Verbindung mit einer ambulanten Versorgung ausgebaut werden müssen. Die Freien Liste Magstadt möchte sich für ein vielfältiges Wohnungsangebot im Alter einsetzen. Vorbild dafür könnte beispielsweise, ein gerade erst eröffneter Wohnpark des Arbeiter-Samariter-Bundes in Coburg sein. Hier wird ermöglicht, was sich viele Menschen im Alter wünschen:

In der eigenen Wohnung alt werden, in einer schönen und freundlichen Umgebung leben und dabei so lange wie möglich unabhängig und selbstständig bleiben!

Der Wohnpark bietet Kapazitäten in Form von 30 barrierefreien Einfamilienhäusern, 36  2-3 Zimmerwohnungen, 14  2 Zimmerwohnungen, 23 Appartements für Menschen mit Pflegebedarf und für 25 Gäste in der Tagespflege. Ziel ist ein unabhängiges und selbstständiges wohnen, kombiniert mit dem Angebot,  Hilfe zu erhalten wenn man Sie sie braucht.

 

Wir sind überzeugt davon, derartige Wohnformen können einsame Menschen eher dazu bewegen, den eigenen Wohnraum für jüngere Generationen frei zu machen und die Vorzüge in einer Gemeinschaft mit Möglichkeiten der Unterstützung im Alter zu nutzen. Auch bei der Betreuung muss unserer Meinung nach umgedacht werden. Wir alle werden immer älter. Alter darf aber nicht heißen: „Abwarten und Teetrinken“ sondern „Leben solange es geht“. 

 

Menschen in Seniorenwohnheimen müssen gefördert und gefordert werden, damit sie möglichst lange an der Gemeinschaft im Ort teilhaben können.

Frage 8: Osttangente

Wie steht Ihre Gruppierung generell zur  Osttangente und wie müssen Ihrer Meinung nach die Prioritäten gesetzt werden, um die nächsten Schritte einzuleiten, bevor wieder diverse Gutachten und Rahmenbedingungen wegen des Zeitablaufs ihre Gültigkeit verlieren?

 

Einen „generellen Stand“ zur Osttangente, so wie das manche gerne hätten, gibt es in meiner Fraktion nicht. Die Freie Liste Magstadt ist ein Querschnitt unserer Magstadter Gesellschaft. Wir sind offen für viele Sichtweisen und legen sehr großen Wert darauf diese Offenheit auch politisch und demokratisch zu leben! Diskussionen müssen geführt werden – das ist nicht immer einfach – aber Kompromisse müssen geschlossen werden. 

 

Wie der Rückbau der Hölzertalstraße zur Ausgleichsmaßnahme für die Baumaßnahme des Verflechtungsstreifen der A8/A81 werden könnte - dürfen Sie mich übrigens nicht fragen – das konnte mir bisher sogar ein hoher Politiker im Kreis, in einem persönlichen Gespräch nicht erklären ;-)

 

 

Bei der Osttangente spreche ich jetzt mal nur für mich! Ich war und bin von Beginn an für den Bau der Osttangente. Sie ist notwendig um den Verkehr aus den Wohnbereichen der Fichtenstraße und den anderen, nördlich der Alten Stuttgarter Straße gelegenen Wohnstraßen, herauszuhalten. Wie mit dem Thema in Magstadt umgegangen wurde, finde ich sehr schlecht, ist aber nun nicht mehr zu ändern – ich habe mich aus den Streitereien von Beginn an völlig herausgehalten und handhabe das heute noch so.

 

Als Gemeinderätin kann ich nicht meinen persönlichen Überzeugungen frönen – ich muss das Wohl der Gesellschaft im Blick haben.

In der Zwischenzeit hat der Gemeinderat den Bau der Osttangente derartig eng mit der Entwicklung unseres Ortes verknüpft, dass es einfach nur unvernünftig wäre, die Straße nicht mehr zu bauen! Und hier spreche ich nicht nur von der Hochwasserschutzmaßnahme, die damit verbunden ist. Nein, mit dem Bau der Osttangente hat Magstadt inzwischen die Chance mehr Bauflächen zu schaffen! Und die Ausweisung von zusätzlichen Bauflächen, aus ideologischen Gründen oder evtl. sogar persönlichen Beweggründen zu verhindern und nicht zu nutzen, wäre sehr unvernünftig, bedenkt man wie viel Wohnraum gesucht wird! Ob der damit verbundene Supermarkt an der Osttangente entsteht oder vielleicht doch lieber südlich des Bahnhofs – kann meiner Meinung noch diskutiert werden – doch die Bauflächen an der Osttangente sollte Magstadt für unsere Bevölkerung nutzen!

 

Wie kann der Zeitplan der Osttangente endlich eingehalten werden und wie wollen wir eine weitere Flut von notwendigen Gutachten für die Bewilligung der Planung verhindern?

 

Da habe ich persönlich einen sehr guten Tipp: Klagen und Gutachten verhindert man am besten mit einer transparenten Arbeitsweise, offenen Diskussionen, keinen geheimen Seilschaften, einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung mit den direkt betroffenen Anliegern und deren Anliegen und mit möglichst wenig Eigeninteressen. Wenn sich unser heutiger Bürgermeister Florian Glock mit den Anliegern vernünftig einigt – und soviel ich weiß ist er da auf einem guten Weg – dann sehe ich dem Bau der Osttangente sehr positiv entgegen!

 

Vielen Dank für Ihr Interesse

 

ANDREA GARSCHKE

unabhängig - bürgernah - im Herzen grün